Shanghai-Masters 2025
Mit 11:9 setzte sich Kyren Wilson in einem spannenden Finale gegen Ali Carter durch. Es war ein Kopf-an-Kopf-Rennen, keiner der Kontrahenten konnte sich absetzen. Zwar war Wilson immer wieder in Führung gegangen, doch der Captain konterte stets umgehend. Schließlich konnte der Warrior nach dem 10:9 auch noch den folgenden Frame siegreich über die Ziellinie bringen. Danach sagte er, dass er einen Decider unbedingt vermeiden wollte, weil er langsam müde geworden war und Ali im Laufe der Woche eine sehr gute Quote in den Entscheidungsframes hatte.
In der Tat, Carter hatte sowohl im Achtelfinale gegen Mark Williams als auch im Viertelfinale gegen Xiao Guodong hier das bessere Ende für sich. Und ein 10:8 gegen Mark Selby im Halbfinale ist ebenfalls eine sehr starke Leistung.
Das Shanghai Masters war erneut ein Einladungsturnier. Die Top 16 der Weltrangliste wurden durch acht chinesische Spieler (außerhalb der Top 16 bzw. Amateurspieler) ergänzt. Ali Carter hätte deshalb gar nicht mitspielen dürfen, weil er auf Platz 17 rangierte. Doch Mark Allen hatte abgesagt, so rutschte er ins Turnier. Und hat fast das Optimum rausgeholt, wie man sieht.
In der ersten Runde traten die Nr. 9 bis 16 der Weltrangliste (incl. Carter) gegen die chinesischen „Wildcards“ an. Erstaunlicherweise gab es nur Siege der höherrangigen Spieler. Selbst Wu Yize oder Pang Junxu konnten keine Siege landen. Somit waren die Top 16/17 ab dem Achtelfinale unter sich. In den Last 16 schaffte Zhang Anda ein Maximum Break, verlor den Decider des Matches gegen Ding Junhui aber. Altmeister Ding hatte in der nächsten Runde gegen Zhao Xintong das Nachsehen. Der frisch gekrönte Weltmeister fühlte sich auf heimischem Boden offensichtlich wohl und zog ohne größere Probleme ins Halbfinale ein, wo er gegen Kyren Wilson den Kürzeren zog. Der hatte im Viertelfinale übrigens Ronnie O’Sullivan ausgeschaltet, der sich hier auch einmal die Ehre gab. Und natürlich lieferte er auch Schlagzeilen. Diesmal ging es um sein neues Queue. Das alte hatte er bekanntlich einige Monate zuvor geschrottet und später dann wohl nur eine Zwischenlösung genutzt. Doch nun präsentierte er ein Queue, das Sunny Akani gefertigt hatte. Der Thailänder, der sich auf das „Tunen“ der Spielgeräte verlegt hat, hatte O’Sullivan eines zum Testen angeboten und dieser war begeistert. Kurz nach publik werden des Ganzen konnte sich Akani vor Aufträgen nicht mehr retten.
Insgesamt präsentierten sich die Topspieler in bester Spiellaune und das fachkundige Publikum in Shanghai wurde gut unterhalten. Damit kam die Saison so richtig in Schwung.