Mark Williams kann es immer noch!

Xian Grand Prix 2025.

Eben noch hatte Shaun Murphy die British Open gewonnen, doch nun wurde er im Finale des Xian Grand Prix von Mark Williams komplett überrollt. Mit 10:3 gewann der Waliser klar gegen den eigentlich in bester Form befindlichen Engländer. Dieser Sieg befördert Mark Williams auch in die Geschichtsbücher als aktuell ältester Gewinner eines Ranglistenturnieres. Mit den zu diesem Zeitpunkt 50 Jahren und 206 Tagen knackte er den seit 1982 stehenden Rekord von Ray Reardon. Es ist wirklich bewundernswert, welche Leistungen er immer noch abrufen kann, zumal er in das Training auch nur noch wenig Zeit investiert.

Mark Williams hatte schon nach der ersten Session mit 7:1 geführt. Abends versuchte Murphy noch etwas zu retten, aber mehr als zwei Framegewinne schaffte er nicht. Im Interview sagte Williams später: „Es ist schon erstaunlich, dass ich immer noch Turniere gewinne, zumal ich nicht genug trainiere, um in den späteren Runden der Turniere mithalten zu können. Ich versuche, soviel wie möglich zu spielen, wenn ich in den Venues bin. Und bevor nicht der letzte Ball versenkt ist, bekommt man mich auch nicht vom Tisch. Irgendwie läuft es noch für uns drei von der Class of 92.“

Der Waliser war mit einer soliden Turnierleistung bis ins Finale vorgestoßen. Shaun Murphy dagegen knackte etliche harte Nüsse souverän: nach einem knappen 5:4 gegen Wu Yize schlug er Kyren Wilson in atemberaubender Art und Weise mit 5:0 und 533:6 Punkten. Und die sechs Punkte waren auch noch Foulpunkte. Danach ließ er auch gegen Ding Junhui mit 5:3 nichts anbrennen und Gary Wilson musste im Halbfinale ein 4:6 hinnehmen. Der Halbfinalgegner von Mark Williams war übrigens Daniel Wells, der im Turnier eine beeindruckende Leistung ablieferte.

Beeindrucken konnten auch andere: Robert Milkins schaffte bei seinem 5:4-Sieg über Jimmy Robertson in den Last 32 vier Centuries. Und es regnete Maximum Breaks. Zhou Yuelong eins in der Quali, Judd Trump in seinem Quali-Match in China und in der Hauptrunde Aaron Hill. Weltmeister Zhao Xintong hingegen fehlte noch immer die Stabilität. Er unterlag in Runde zwei Robert Milkins. Auch Luca Brecel hatte noch so seine Probleme. Er brach sein Quali-Match beim Stand von 0:2 ab.

Auch für die deutschsprachigen Starter wurde es nichts mit einer Reise nach Xian. Umut Dikme hatte diesmal sehr kurzfristig Jimmy White ersetzt. Er verlor gegen Michael Holt. Florian Nüßle hatte die Überraschung fast geschafft. Gegen Wu Yize ging es in den Decider, doch den holte sich der Chinese mit 87:15. Alexander Ursenbacher schließlich hatte gegen Noppon Saengkham das Nachsehen.

Bilder: Thai Chengzhe