Welsh Open 2025
Mit einem 9:6 über Stephen Maguire gewann Mark Selby das zweite Mal die Welsh Open und damit auch seinen bereits 24.Ranglistentitel. Er sagte danach: „Das ist wirklich ein besonderes Gefühl. Mir geht es jetzt viel besser als am Ende der letzten Saison, als ich besser nicht die WM gespielt hätte. Ich genieße es mehr und ich denke, ich kann auch noch besser werden, weil es noch ein paar Sachen in meinem Spiel gibt, wo ich noch etwas tun kann.“
Das Finale war bis zum 6:6 sehr ausgeglichen, erst dann gelang es Selby, sich von Maguire zu lösen. Der Schotte bedauerte den Zeitpunkt des MSI. „Das kam für mich zur Unzeit.“ Er hatte mit einer starken Clearance zum 6:6 ausgeglichen und hätte liebend gern weitergespielt. Nach der Pause war der Fluss weg und Mark Selby spielte alle seine Stärken gekonnt aus.

Für Stephen Maguire war das Turnier trotzdem ein Riesenerfolg. Es ist schon lange her, dass man ihn mal so gut in mehreren Matches am Stück hat spielen sehen. Er erreichte hier das erste Finale seit 2020. Siege über Xu Si, Mark Williams, Sanderson Lam, Jack Lisowski und Ali Carter brachten ihn dorthin. Sein großer Dank ging an den früheren Profi Chris Small, ebenfalls Schotte, der seinen Platz damals aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste. „Noch vor ein paar Monaten habe ich gegen Spieler verloren, gegen die ich nicht hätte verlieren sollen. Da habe ich Chris angerufen und er hat mein Spiel wieder auf die Füße gestellt. Vielleicht ist das der Erfolg.“ Der zweite Platz hier hat ihn jetzt schon mal wieder ordentlich in der Rangliste nach oben befördert und auch einen Startplatz bei den World Open beschert. Was es beim Saisonhöhepunkt WM gibt, wird man sehen.

Ebenfalls wieder eine deutlich bessere Form zeigte Luca Brecel. Er musste sich erst im Halbfinale geschlagen geben. Und Joe O’Connor scheint sich definitiv in der Beletage der Rangliste einrichten zu wollen. Er erreichte hier das Viertelfinale. Früher im Turnier schlug er übrigens den Weltmeister Kyren Wilson. Vielleicht hatte der sich auch noch nicht ganz von seinem German-Masters-Triumph erholt.
Kein spielerisches aber ein Spannungshighlight war das Viertelfinale zwischen Mark Selby und John Higgins. Sie brauchten geschlagene fünf Stunden für ihr Best-of-9-Match incl. Decider. Natürlich ging es über die volle Distanz. Diese beiden mit dem wohl besten Matchplay schenkten einander keinen Millimeter. Higgins bedauerte im Nachhinein, dass er nicht mehr alle Stöße so spielen kann, wie er sie sieht und plant. Doch selbst mit diesem Defizit kann er noch fast alle Spieler auf der Tour schlagen.
In der Qualifikation waren übrigens ein paar Amateure dabei. Auch Florian Nüßle bekam die Chance. Die erste Runde überstand er mit einem 4:3 gegen Jiang Jun und in der zweiten Qualirunde schlug er Liu Hongyu ebenfalls mit 4:3. Damit war er im Hauptevent dabei. Er bekam es mit Mark Williams zu tun, gegen den er einen Frame gewinnen konnte. Die gesammelte Erfahrung war natürlich wertvoll.

Photos: Tai Chengzhe