Tour Championship 2025
Was für ein Finale! John Higgins gewann eines der bemerkenswertesten Finals mit einem 10:8 gegen Mark Selby. Der Schotte sagte später: „Das war mein bester Sieg überhaupt. Ich habe gegen einen unglaublichen Champion gespielt und es sah so aus, als ob er überhaupt nicht verschießen könne. Er ließ mir nicht die kleinste Chance. So etwas gegen Mark zu schaffen, gibt mir ein unglaubliches Selbstbewusstsein, dass ich es immer noch mit den besten Spielern aufnehmen kann.“


Higgins, der zu diesem Zeitpunkt kurz vor seinem 50.Geburtstag stand, war stark ins Spiel gestartet. Mit 5:1 hatte er sich eine klare Führung erarbeitet. Diese schmolz allerdings dahin wie Schnee in der Sonne, als Selby sein Comeback startete. Unglaubliche sieben Frames in Folge gewann er sessionübergreifend. Beim 8:5 schien das Match vorentschieden. Doch dann schlug erneut die Stunde von John Higgins. Er verbannte seinerseits seinen Gegner auf den Sessel und holte sich schließlich fünf Frames nacheinander und damit auch das Match. Beide Spieler waren dabei überaus stark im Breakbuilding. Allein acht Century Breaks waren zu verzeichnen. Das höchste Break des Turniers, eine 144, hatte Higgins allerdings bereits im Halbfinale gegen Barry Hawkins geschafft.
Die Top 12 der Einjahresrangliste, die für dieses Turnier zugelassen waren, versprachen eigentlich spannende Auseinandersetzungen, allerdings gab bei erstaunlich wenigen der Best-of-19- Matches ein knappes Ergebnis. Der eine oder andere Spieler war auch angeschlagen. So nutzte Mark Williams das erste Mal seine neuen Kontaktlinsen in einem Turnier. Und Neil Robertson schleppte einen Virus mit sich, den er sich bei seinen Kindern eingefangen hatte. Keine Entschuldigung konnte dagegen Shaun Murphy präsentieren, der sich in der ersten Runde ein 1:10 bei Barry Hawkins abholte.
Hawkins präsentierte sich in diesem Turnier erneut absolut stark. Nach Murphy schaltete er mit einem 10:5 auch den Ranglistenersten Judd Trump aus. Erst gegen John Higgins hatte er im Halbfinale mit 7:10 das Nachsehen.
Die Topspieler waren durch die Reihe an Bonusevents nunmehr also gut für die WM aufgewärmt und mit einem netten Taschengeld versehen. Man durfte auf den Saisonhöhepunkt sehr gespannt sein.

Photos: Tai Chengzhe