Wie aus den vergangenen Jahren gewohnt, fanden die Titelkämpfe erneut im nordhessischen Bad Wildungen statt. Rund 500 Sportlerinnen und Sportler waren in die Kurstadt gekommen, wobei erstmals auch die Daheimgebliebenen live dabei waren. Sowohl ein Tisch vom Pool-Billard, als auch ein Snooker- sowie Karambol/5 Kegel-Tisch wurden im Internet gestreamt. Im Pool-Billard war man darüber hinaus mit einem Livescore dabei.

Medien-Information

  Alle Text- und Fotobeiträge wurden durch die PR-Agentur des Billardmagazins Touch im Auftrag der Deutschen Billard-Union (DBU) produziert.

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Interview mit Bürgermeister Volker Zimmermann anlässlich der 10. Deutschen Billardmeisterschaften in Bad Wildungen

Warum sind die Deutschen Billardmeisterschaften aus Bad Wildungen nicht mehr wegzudenken?
Für mich ist es immer wieder eine Freude zu sehen, dass aus ganz Deutschland erstklassige Billardspielerinnen und -spieler und deren Fans nach Bad Wildungen anreisen, um eine Woche lang die jeweiligen Deutschen Meisterschaftstitel in den einzelnen Disziplinen auszuspielen. Auch unsere Gastgeber-Betriebe zählen die Billardspielerinnen und -spieler schon zu ihren Stammgästen. Immer wieder höre ich, dass sogar schon richtige Freundschaften entstanden sind und man sich auf das Wiedersehen in Bad Wildungen freut. Die Deutschen Billardmeisterschaften sind für uns ein fester Programmpunkt im Veranstaltungskalender von Bad Wildungen.

Haben Sie selbst schon mal Billard gespielt?
Natürlich in meiner Studentenzeit, da haben wir abends schon mal in den Kneipen Billard gespielt. Aber dann habe ich mich für einen größeren Ball entschieden und lange Jahre Handball gespielt.

Halten Sie die Wandelhalle Bad Wildungen für den richtigen Austragungsort?
Die Wandelhalle Bad Wildungen ist nach ihrer aufwändigen Renovierung ein idealer Ort für Kulturveranstaltungen, auch für die Austragung der Deutschen Billardmeisterschaften. Diese sind ein Stück Kultur für mich, denn von der Kleidung bis zu den Spielarten zeichnen sie sich durch hohe Disziplin und faszinierende Spielweisen aus. Genauso wie die Wandelhalle, vereinbaren die Billard-Disziplinen Tradition und Moderne. Und so gesehen gehört die Austragung der Deutschen Billardmeisterschaften in die Wandelhalle von Bad Wildungen.

Besuchen Sie die Deutschen Billardmeisterschaften in Bad Wildungen?
Auch wenn ich als Bürgermeister viele Termine habe, so nehme ich mir in jedem Fall Zeit, um die Spielerinnen und Spieler, die Schiedsrichter, das Organisationsteam, die mitgereisten Familien und Fans und das Präsidium der Deutschen Billard-Union bei der Eröffnung in Bad Wildungen willkommen zu heißen. Besonders gern überreiche ich am Ende der Meisterschaften den Siegerinnen und Siegern die Medaillen und Urkunden und muntere alle, die diesmal nicht zu den Siegern gehörten, auf, denn es gibt ja ein nächstes Mal und da könnten andere Sieger auf den Treppchen stehen.

Sehr geehrter Herr Zimmermann, herzlichen Dank für das Interview. Wir sehen Sie auf den Deutschen Billardmeisterschaften zur Eröffnung am 15. November.
Ich freue mich schon auf die Austragung der 10. Deutschen Billardmeisterschaften in Bad Wildungen und bedanke mich an dieser Stelle schon für die gute Zusammenarbeit beim Präsidium der Deutschen Billard-Union und allen Landesverbänden, die die Austragung der Spiele in Bad Wildungen möglich machen. Ein Dankeschön geht auch an das Organisations-Team der Billard-Union und an das Stadtmarketing-Team von Bad Wildungen, allen voran an Friedrich Seibel, die vor Ort für einen reibungslosen Auf- und Abbau und Verlauf der Spiele sorgen.

Liebe Sportlerinnen und Sportler, liebe Freundinnen und Freunde des Billardsports.

Der alljährliche Höhepunkt des nationalen Sportjahres steht bevor. Der Ligabetrieb für die Saison 2014/2015 ist bereits angelaufen, in dem die jeweiligen Mannschaftsmeister ermittelt werden. In Bad Wildungen kommen nun alle Qualifizierten aus den Landesverbänden zusammen und werden mehr als eine Woche lang in allen Spielarten und fast allen Disziplinen um die Einzeltitel eines Deutschen Meisters oder einer Deutschen Meisterin kämpfen.

Bad Wildungen ist 2014 zum zehnten Mal Austragungsort dieser Gesamt-Billard-Meisterschaften, die mit der Wandelhalle eine gemeinsame Wettkampfstätte gefunden haben. Hier finden wir die Bedingungen vor, die für alle Sportlerinnen und Sportlern benötigt werden, um meisterschaftswürdig im fairen Wettkampf die besten Leistungen zeigen zu können.

Die DBU hat 2014 die Präsentation dahingehend verändert, dass die Spielarten Karambol, Pool und Snooker ihre wichtigsten Partien nebeneinander in einem „Center Court“ vor dem Podium der Zentralhalle austragen, die als Livestream kostenfrei im Internet verfolgt werden können. Die Ergebniserfassung im Pool erfolgt komplett EDV-gestützt und beendet damit die Zeit der handbetriebenen Klapptafeln.

Der deutsche Billardsport bietet damit neben dem direkten Erleben mit der Nutzung der neuen Medien die Möglichkeit, sich durch hochwertige Leistungen als einheitliche Sportart in einer attraktiven Disziplinenvielfalt einer größeren Öffentlichkeit darzustellen.

Die Stadt Bad Wildungen hat diese Veranstaltung ebenso wie das Hessische Ministerium des Innern und für Sport erneut großzügig unterstützt. Ihnen und den Sponsoren Simonis, Aramith und Loontjens gilt unser besonderer Dank. Darin eingeschlossen sind die vielen ehrenamtlichen Helfer, die Turnierleitung und Schiedsrichter.

Die Sportlerinnen und Sportler werden dieses Engagement mit guten Leistungen und Ergebnissen zu würdigen wissen, für die ich allen den besten Erfolg wünsche. Den Zuschauern viel Spaß bei spannendem Billardsport.

Michael John
Präsident der Deutschen
Billard-Union

  Alle Text- und Fotobeiträge wurden durch die PR-Agentur des Billardmagazins Touch im Auftrag der Deutschen Billard-Union (DBU) produziert.

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Poollbillard

14/1-endlos:
Im Feld der 32 Damen brachte dieser Wettbewerb so einige Überraschungen hervor. Allen voran das frühe Aus der zweifachen Titelverteidigerin Vivien Schade vom BC Bergedorf, die im Achtelfinale an Veronika Ivanovskaia vom BV Burgwedel scheiterte. Die Jugend-Europameisterin musste ihrerseits eine Runde später gegen Jasmin Michel (SG Johannesberg) die Segel streichen.
Ina Kaplan vom BC Siegtal interessierte das alles herzlich wenig und durch einen 75:52-Erfolg über die Wolfsburgerin Sandra Graw sicherte sie sich ihr erstes Gold 2014.

Währenddessen erfüllte sich Sascha Tege aus Babelsberg seinen Traum vom DM-Titel im 14/1-endlos. Obwohl der Regionalliga-Spieler bereits in der ersten Runde gegen Andreas Roschkowsky (BC Oberhausen) eine Niederlage einstecken musste, ließ er sich davon nicht beeindrucken und zog über die Verliererrunde ins Achtelfinale ein.

Und nun war die Zeit von Tege gekommen. Er reihte Sieg um Sieg aneinander, eher er gegen Roschkowsky seine Revanche bekam. Bereits nach neun Aufnahmen war das Finale auch schon wieder Geschichte und Tege hatte sich mit 125:70-Punkten durchgesetzt.

Dass die kommenden Titelträgerinnen bei den Ladies an Susanne Wessel vom PBC Castrop vorbei müssen, war schon vorher klar. Dies stellte die Europameisterin auch im ersten Wettbewerb unter Beweis. Ähnlich wie Tege musste sie einen kleinen Umweg nehmen, doch am Finaleinzug hinderte sie das ebenso nicht. Das Endspiel gegen Hildegard Kasper vom PBC Schwerte verlief zwar sehr knapp, doch am Ende hatte Wessel die Nase vorne.

Bei den Senioren wiederum spielte Dirk Stenten vom PBC Kohlscheid seine erste DM dieser Altersklasse. Und schloss den Wettbewerb gleich einmal mit der Goldmedaille ab. Gegen Steffen Gross aus Bad Saulgau unterlag der Aachener zwar in der 1. Gewinnerrunde, doch machte er es den Kolleginnen und Kollegen aus den anderen Altersklassen gleich und erreichte dennoch das Finale. Dort traf er auf Thomas Damm vom PBC Gera, der im Achtelfinale Titelverteidiger Christophe Creter entzaubert hatte, und gewann das Match deutlich mit 100:49-Punkten.

8-Ball:
Bis zum Finale sah es nach der zweiten Goldmedaille für Ina Kaplan aus. Vor allen Dingen, nachdem die 27-jährige das Halbfinale gegen Simone Künzl gänzlich fehlerlos spielte und ihre Gegnerin lediglich nach einem erfolglosen Break an den Tisch ließ. Künzl nutzte dies zu ihrem einzigen Spielgewinn und am Ende stand ein 7:1, bei dem beide keinen einzigen Ball verschossen hatten.

Melanie Süßenguth hatte sich ihrerseits ihr Pulver bis zum Finale aufgehoben und brannte in den ersten sechs Spielen ein wahres Feuerwerk ab. Erst bei 5:1 fand Kaplan ein wenig ins Spiel, doch es war zu spät, zumal Süßenguth beim Stand von 5:4 auf ein erfolgloses Break von Kaplan die noch zwei fehlenden Partien ausschoss.

Viele Zuschauer vereinte das Finale bei den Herren zwischen Titelverteidiger Sebastian Staab (PBC Joker Altstadt) und den Hamburger Ex-Weltmeister Oliver Ortmann. Letztgenannter entkam zum Auftakt des Turniers gegen David Vu (BV Mörfelden-Walldorf) nur hauchdünn einer Niederlage und blieb in Folge dessen aber ungefährdet. Das konnte aber auch Staab von sich behaupten, so dass sich die erwartete enge Partie entwickelte, die letztlich im Hill-Hill gipfelte. Staab behielt die Nerven und vollendete unter dem Applaus der Fans zur Verteidigung seiner Goldmedaille.

Susanne Wessel hatte derweil bei den Ladies im Viertelfinale einige brenzlige Situationen gegen Karin Bogs aus Duisburg zu überstehen, bis ihr Einzug in die Vorschlussrunde feststand. Von da an lief es aber wie geschmiert und es folgten zwei glatte Erfolge gegen Anke Liepelt aus Wolfsburg und Yvonne Kampmann (1. PBSC Wesel).

Lange, sehr lange hatte Steffen Gross vom PBC Bad Saulgau auf den ganz großen Wurf warten müssen. Schon oftmals stand der Baden-Württemberger auf dem Treppchen, doch zum Meistertitel hatte es bisher nie gereicht. Das änderte sich nun mit dem 8-Ball-Wettbewerb. Gegen Ralf Wack vom PBC Altstadt war Gross stets in Führung gelegen und transportierte diese, bis es letztlich 7:5 für ihn stand. Erneut nichts mit dem Ausgang zu tun hatte Reiner Wirsbitzki (PBC Berrenrath), doch wie sich herausstellen sollte, kam seine Zeit bei dieser DM ja noch.

Die Rollstuhlfahrer mit insgesamt fünf Startern stiegen im 8-Ball ebenfalls in ihr Turnier ein. Tankred Volkmer reihte insgesamt drei Siege aneinander und fügte seiner Sammlung eine weitere Goldmedaille hinzu. Silber ging an seinen ewigen Rivalen Joachim Schuler vom BC Blaustein.

9-Ball:
Unbeeindruckt der gerade erst erlittenen Finalniederlage zeigte Ina Kaplan im 9-Ball wieder ihre ganze Klasse. Dabei kam es unter anderem auch zur Revanche gegen Melanie Süßenguth, wobei sich Kaplan diesmal mit 8:3 durchsetzte. Das gleiche Ergebnis gelang im Halbfinale auch gegen Vivien Schade, ehe das Finale gegen Jennifer Vietz (PBC Geldern) 8:5 endete.

Eine wirkliche Überraschung gelang derweil Sascha Jülichmanns vom PBC Neuwerk bei den Herren. Schon im Vorjahr konnte er zwei Medaillen erringen, doch dieses Mal setzte er dem Ganzen die Krone auf. Im Halbfinale dominierte er gegen Oliver Ortmann mit 9:3 und nutzte auch im Finale gegen Sebastian Staab jeden Fehler seines Widersachers gnadenlos aus. Am Ende stand ein 9:5 und der erste DM-Titel für Jülichmanns.

Das kann Susanne Wessel nicht von sich behaupten, denn nach ihrem Sieg im 9-Ball errang sie nicht nur die dritte Goldmedaille binnen weniger Tage, sondern erweiterte ihre eigene Erfolgsgeschichte um ein weiteres Kapitel. Gegen Wienke Thamsen siegte Wessel überraschend deutlich mit 5:0. Ein wenig Glück war freilich auch von Nöten, bis das Halbfinale per 5:4-Sieg über Alexandra Orak vom BC 73 Pfeffenhausen überstanden war.

9-Ball und Reiner Wirsbitzki, dass passt einfach. Nachdem der Europameister in den beiden vorangegangenen Wettbewerben ohne Medaille geblieben war, schlug der Erstligaspieler des PBC Berrenrath nun zu. Mit seinem 8:2-Finalerfolg verhinderte er auch gleichzeitig den zweiten Titelgewinn von Dirk Stenten, der nach einem 8:4 über den Düsseldorfer Boris Grunow erneut das Finale erreicht hatte.

Ein neues Gesicht ganz oben auf dem Treppchen brachte der Wettbewerb der Rollstuhlfahrer hervor. Manfred Gattinger vom PBC Passau erlaubte sich auf seinem Weg zum Titelgewinn zwar eine 3:4-Niederlage gegen Tankred Volkmer, doch wenig später hatte er im Finale die Gelegenheit zur Revanche – und nutzte diese.

10-Ball:
Ehe sich Ina Kaplan zur dreifachen Titelträgerin küren lassen konnte, hatte sie im Halbfinale gegen Vivien Schade gleich mehrere bange Momente zu überstehen. Die Hamburgerin hatte in einigen Situationen das Glück nicht auf ihrer Seite und musste letztlich eine 7:8-Niederlage quittieren. Im Finale agierte Kaplan wieder deutlich souveräner und verwies Sabrina Hammer (BC Queue Hamburg) per 8:3-Sieg auf den zweiten Platz.

Im 10-Ball der Herren fielen die Favoriten einer nach dem anderen. Sowohl Ralph Eckert, der schon im 9-Ball mit Rang fünf zufrieden sein musste, verabschiedete sich schon im Achtelfinale. Das Schicksal teilte Nicolas Ottermann (BV Mörfelden-Walldorf), während Sebastian Staab und Sascha Tege ihre DM gar noch früher für beendet erklären mussten.

Nutznießer war der Leipziger Sebastian Ludwig, der schon öfter bei großen Turnieren wie jüngst den Pinneberg Open vorne dabei war, doch mit einem Titel bei den Deutschen Meisterschaften war vielleicht noch nicht zu rechnen. Das Endspiel ging mit einem 8:7-Sieg für Ludwig über den Lingener Marcus Westen zu Ende.

Anke Liepelt aus Wolfsburg war es, die den bisherigen Siegeszug von Susanne Wessel im Achtelfinale stoppte. Sie selbst holte den Titel daraufhin aber auch nicht, denn gegen Birgit Reimann (1860 Bremen) zog sie im Finale mit 3:4 den Kürzeren. Die neue Deutsche Meisterin hatte ein paar Jahre Pause gemacht und nun bei der DM ein letztlich sehr erfolgreiches Comeback hingelegt.

Im 10-Ball hatte nun endlich auch Joachim Schuler bei den Rollstuhlfahrern Grund zum Jubeln. Ohne Niederlage erreichte er das Finale und ließ hier Manfred Gattinger mit 3:0 keinerlei Chance.

Snooker

Damen:
Diana Stateczny ist und bleibt die unangefochten beste Snooker-Spielerin Deutschlands. Auch diesmal konnte die Wuppertalerin im kompletten Turnierverlauf nicht geschlagen werden und gab dabei nur einen einzigen Frame ab.

Dieses Kunststück gelang im Finale Jennifer Zehentner vom BV Pforzheim, die damit ihre Endspielteilnahme einmal mehr rechtfertigte. Überraschend waren zweifelsohne die Halbfinalteilnahmen der jungen Liza Giese von der Kieler Billard Union sowie Yvonne Kampmann (SB Horst), die damit nicht nur im Pool-Billard, sondern auch im Snooker mit Edelmetall im Gepäck die Heimreise antrat.

Die Vorjahreszweite Ramona Kirchner aus Lechbruck spielte in ihrem Viertelfinale gegen Zehentner mit einem Break von 40 Punkten zwar die Turnierhöchstserie, schied aber dennoch mit 1:2-Frames aus. Ohne Medaille blieb ebenso EM-Teilnehmerin Stefanie Teschner aus Magdeburg, die an Kampmann scheiterte.

Senioren:
Für Mario Burot wurde die Titelverteidigung bei den Senioren zu einer erfolgreichen Mission. Der Berliner musste in der Vorrunde zwar eine 0:3-Niederlage gegen Holger Hänel (PBC Gera) einstecken, doch dieser Verlust hatte auf sein Erreichen der K.O.-Phase keinen Einfluss.

Drei Niederlagen kassierte hingegen mit Michael Heeger vom SC Rüsselsheim ein wirklich aussichtsreicher Medaillenkandidat. Dem Hessen glückte bei dieser DM rein gar nichts, so dass er sich den Wettbewerb frühzeitig von der Tribüne aus anschauen musste.

Mit Miro Popovic (BSV Wuppertal) hatte Heeger alsbald prominenten Beistand, denn dieser traf im Achtelfinale ausgerechnet auf Mario Burot, der aufgrund seines zweiten Platzes in seiner Gruppe das wohl schwerste zu ziehende Los darstellte. Popovic wurde dieses Unglück zum Verhängnis und mit 2:3-Frames zog er den Kürzeren.

Sowohl für Burot als auch für Olaf Thode (SC Rüsselsheim) ging die Reise derweil weiter, ehe sie sich im Finale gegenüberstanden. Beide sind vom Niveau her auf einem vergleichbaren Level und wie sollte es anders sein, beim Stande von 2:2 ging es in den Decider. Auch dieser war lange nicht entschieden, ehe Mario Burot das Quäntchen mehr an Energie übrig hatte und schließlich mit 3:2-Frames seinen Titel verteidigten.

Herren:
In Abwesenheit des bei der IBSF Amateur-Weltmeisterschaft tätigen Titelverteidigers Lukas Kleckers musste ein neuer Deutscher Meister gefunden werden. Am meisten wurden im Vorfeld die Namen Roman Dietzel (SC 147 Essen) und Sascha Lippe aus Mayen-Koblenz genannt.

In diese Phalanx einbrechen wollten freilich auch noch andere und mit den jungen Sascha Breuer (DSC Hannover) und Jan Eisenstein (SC 147 Essen) kristallisierten sich im Laufe des Wettbewerbs zwei Sportler heraus, die den beiden die Show stehlen wollten.

Im Halbfinale trafen sie sogar direkt aufeinander, wobei Breuer im Decider den längeren Atem hatte. Im zweiten Semifinale fand derweil das vermeintlich vorweggenommene Finale statt, als Dietzel und Lippe die Queue kreuzten. Der seit neuestem für Mayen-Koblenz spielende Lippe erwischte den deutlich besseren Start und ging mit 2:0 in Führung. Letztlich hatte er aber die Rechnung ohne Roman Dietzel gemacht, denn dieser ging mit 3:2-Frames als Erster über die Ziellinie.

Das Finale gestaltete sich zunächst ein wenig überraschend, denn der Hannoveraner Sascha Breuer startete furios und schnappte sich die ersten beiden Frames. Diesmal ging es bis 4, also noch kein Grund zur Panik, und ab jetzt nahm Dietzel das Heft in die Hand. Dennoch hatte Breuer bei 2:1 eine tolle Chance zum Framegewinn, doch ließ er diese verstreichen. Der Essener Dietzel ließ sich nun nicht mehr beirren und gewann Frame Nummer vier, fünf und sechs zu seinem ersten DM-Titel bei den Herren.

Karambol

Matchbillard (großer Tisch)

Artistique:
Stark wie eh und je präsentierte sich Thomas Ahrens vom SCB Langendamm im Artistique-Wettbewerb. Schon in der ersten Turnierphase bei einhundert zu lösenden Figuren war der Niedersachse seiner Konkurrenz weit voraus und diesen Eindruck bestätigte er auch in der Finalrunde. Silber ging an Werner Grewatsch aus St. Augustin, der den jungen Marvin Heinrich aus Salzgitter auf den Bronzeplatz verwies. Ohne Medaille blieb hingegen Ex-Vizeweltmeister Bernd Singer aus Ingolstadt.

Freie Partie Herren:
Ein phänomenales Finale sahen die Zuschauer des Freie Partie-Wettbewerbs der Herren auf dem großen Matchbillard. Dieter Steinberger vom BC Kempten, der zuvor im Halbfinale einen 330:327-Halbfinalkirimi gegen Arnd Riedel (BC Wedel) zu überstehen hatte, ließ Titelverteidiger Sven Daske aus Langendamm im Finale mit 300:0-Punkten nach zwei Aufnahmen stehen. Die zweite Bronzemedaille neben Riedel sicherte sich Carsten Lässig von der BG Coesfeld.

Cadre 47/2:
Das mit Spannung erwartete Finale im Cadre 47/2 wurde völlig überraschend zu einer deutlichen Angelegenheit. Sven Daske vom SCB Langendamm legte gegen den Bochumer Thomas Nockemann los wie die Feuerwehr und erspielte sich die nötigen 200 Punkte in der ersten Aufnahme. Dies schaffte er ohne einen einzigen Wackler, was Nockemann sichtlich beeindruckte. Nach einem Time-Out war er bereit für seinen Versuch, doch scheiterte der Routinier völlig überraschend bereits beim dritten Ball. Bronze ging derweil an Carsten Lässig (BG Coesfeld) und Markus Melerski vom BC Hilden.

Cadre 71/2:
Erneut Gold holte Sven Daske vom SCB Langendamm. Nach seinem Erfolg im Cadre 47/2 zeigte sich der Niedersachse auch im Cadre 71/2 ungefährdet und hielt seinen Widersacher Thomas Nockemann aus Bochum mit 150:46-Punkten in nur zwei Aufnahmen erneut sicher in Schach. Ihre Klasse zeigten beide im vorangegangen Halbfinale, als sie sowohl Carsten Lässig (BG Coesfeld) als auch Arnd Riedel (Wesel) unisono in drei Aufnahmen besiegten. Den beiden Unterlegenen blieb natürlich die Bronzemedaille zum Trost.

Einband:
Neuer Deutscher Meister im Einband ist Thomas Wildförster vom BC Hilden. Nachdem er die Gruppenphase schon mit drei Siegen erfolgreich gestalten konnte, schlug er im Halbfinale Uwe Matuszak (BF Königshof) mit 100:53. Das Finale gegen Carsten Lässig, den Wildförster schon in der Vorrunde bezwingen konnte, endete mit exakt dem gleichen Ergebnis. Neben Matuszak errang Dieter Steinberger (BC Kempten) die zweite Bronzemedaille. Gegen Lässig unterlag der Bayer im Semifinale erst in der Verlängerung.

Dreiband Damen:
Eine Wachablösung gab es im Dreiband der Damen. Vorjahressiegerin Brigitte Duhn (BC Grenzland Nordhorn) erreichte zwar erneut das Finale, musste sich dort aber Steffi Träm vom BC Hohenwestedt mit 7:20 nach 29 Aufnahmen deutlich geschlagen geben. Duhn hatte sich zuvor im Semifinale gegen Jutta Aschenbach (BSG Duisburg) knapp durchsetzen können, während Träm auch ihr Halbfinale mit 20:6 eindrucksvoll gegen Gloria Abbenath (Billardunion Nord) gewann.

Dreiband Herren:
Im Dreiband der Herren setzte sich Topfavorit Christian Rudolph durch, doch ehe es soweit war, hatte der Bottroper ein paar bange Momente zu überstehen. Nach einem 40:28-Halbfinalsieg über seinen Vereinskollegen Dustin Jäschke traf Rudolph auf Andreas Niehaus von der BG Coesfeld, der seinerseits Volker Marx (BC Elversberg) mit 40:34 ausschaltete. Das Endspiel verlief auf Augenhöhe, wobei Niehaus immer ein wenig die Nase vorne hatte. Erst in der Endphase konnte Rudolph einen 30:37-Rückstand in einen 40:37-Erfolg umwandeln.

Matchbillard (kleiner Tisch)

Freie Partie Herren:
Ein großartiges Niveau gab es im Finalspiel der Freien Partie der Herren auf dem Turnierbillard zu sehen. Horst Wiedemann (BC Frintrop) legte zunächst mit 165 Punkten vor, ehe er einen Ball auslassen musste. Helmut Künstler vom BSC Birkesdorf nahm die Situation auf und konterte mit den siegbringenden 300 Punkten. Platz drei teilten sich Franzel Simon (BG Hamburg) und Dirk Menzel von der BG RW Krefeld.

Freie Partie Damen:
Titelverteidigung geglückt heißt es für Susanne Stengel-Ponsing (BC St. Wendel) in der Freien Partie der Damen. In einem einseitigen Finale hielt die Saarländerin Tanja Outarahout (BC Tümmler Kupferdreh) in Schach. Der Bronzeplatz ging zum einen an Gloria Abbenath (Billardunion Nord) und zum anderen an Vanessa Reibenspies von GT Buer.

Cadre 35/2:
Im vergangenen Jahr war Toralf Reinhardt (TSV Lichtenberg) die Nummer eins im Cadre 52/2, diesmal stand er schon beim Cadre 35/2 ganz oben auf dem Treppchen. Gegen den Bochumer Martin Benstöm gewann er nach fünf Aufnahmen mit 250:111 recht deutlich. Ähnlich klar verliefen auch die Halbfinals. Reinhardt setzte sich gegen Christian Pöther (ABC Merklinde) durch und Benstöm hielt Franzel Simon aus Hamburg in Schach.

Cadre 52/2:
Nachdem Titelverteidiger Toralf Reinhardt (TSV Lichtenberg) im Cadre 52/2 bereits in der Gruppenphase die Segel streichen musste, sprang Friedel Wüsthoff in die Bresche. Ehe der Routinier vom BF Königshof über seine Goldmedaille jubeln konnte, hatte er allerdings einen Halbfinalkrimi gegen Thomas Stöckel aus Neustadt/Orla zu überstehen, den er in der Verlängerung für sich entschied. Gegen Jürgen Laqua (BC Lindenhorst) gestaltete sich das Spiel mit 200:49-Punkten nach vier Aufnahmen ungleich deutlicher. Neben Stöckel jubelte Franzel Simon aus Hamburg über Bronze.

Einband:
Den Titel im Einband sicherte sich Roland Gries vom BC GW Wanne durch einen 125:72-Erfolg über Michael Neng aus St. Hubert. Die Halbfinals vorher verliefen etwas knapper. Manuel Orttmann (Neustadt/Orla) und Uwe Werner vom SV Lok Staßfurt quittierten aber letztlich Niederlagen.

Dreiband Damen:
Im Dreiband der Damen konnte Steffi Träm vom BC Hohenwestedt ihren im Vorjahr errungenen Titel nicht verteidigen. Im Halbfinale war für sie gegen Brigitte Duhn (BC Grenzland Nordhorn) per 8:20-Niederlage nach 13 Aufnahmen Endstation. Duhn traf im Finale auf Christine Schuh vom Bergisch-Gladbacher BC, die sich beim 13:20 nach 28 Aufnahmen als die Stärkere erwies. Neben Träm gewann Nikoline Sekulic vom BC Katernberg die zweite Bronzemedaille.

Dreiband Herren:
Im Gegensatz zu Träm musste bei den Herren im Dreiband der Titelverteidiger Dirk Wörmer (BC Stadtlohn) gar mit dem fünften Platz zufrieden sein. Die Medaillen machten andere unter sich aus. Neuer Deutscher Meister wurde Dirk Harwardt von der BSG Duisburg, der sich nach einem knappen Halbfinalerfolg über Karl-Heinz Gertzen (BC Frintrop) mit 50:39 gegen Michael Gertzen (BC Fuhlenbrock) durchsetzen konnte. Die zweite Bronzemedaille ging an den Youngster Tom Löwe aus Lobberich.

Kegel

5 Kegel:
Die kleinere Distanz über 2 Gewinnsätze in der Vorrunde sorgte für genügend Gesprächsstoff im Vorfeld der Meisterschaft und stand so aktuell auf dem Prüfstand. Sven Reich (BC Elversberg) schied mit einer Millimeter-Entscheidung in seiner Gruppe aus und Marco Berner (Friesacker BC) konnte seine eigenen Erwartungen nicht erfüllen. Eher enttäuschend auch der Auftritt von Steffen Exler (SV Dresden Reick), der eigentlich um Anschluss zur Leistungsspitze bemüht war.

So waren ein Großteil der gewohnten Namen unter den Viertelfinallisten zu finden und die Spitze natürlich unter ihnen. Siegfried Jeschky (SV Neschwitz), Christopher Schock (Friesacker BC), Alexander Reh (ebenfalls Neschwitz) hatten hier nur wenig entgegenzusetzen – lediglich das Langener vereinsinterne Derby zwischen Salvatore Brancaccio und Thomas Hähne entwickelte sich zum Fünfsatzkrimi. Wobei Hähne aus den Fehlern seines Gegners mehr Kapital schlagen konnte.

So wurden die Halbfinalbegegnungen unter den Top vier der bekannten Leistungsträger ermittelt. Toni Rosenberg (BC Empor Freiberg) fand im gesamten Turnier nicht hundertprozentig zu seinem Leistungsvermögen und musste Titelverteidiger Sven Petzke (SV Dresden Reick) mit 1:3-Sätzen ziehen lassen.

Trotz einer 2:0-Führung musste sich wiederum Gerd Kunz (SG Groß Gaglow) Thomas Hähne knapp mit 45:50 im fünften Satz des Halbfinales geschlagen geben und landete so ebenfalls auf dem Bronzeplatz.

Im Finale konnte Sven Petzke nur im ersten Satz sein Leistungsniveau abrufen und so war Thomas Hähne zu selten unter Druck und wurde im Zieleinlauf um den Titel nicht wirklich aufgehalten.

Biathlon:
„Das Halbfinale und Finale war Biathlon in Perfektion“, so das Fazit des Vorjahresmeisters Thomas Hähne zu dem Mix-Wettkampf aus Dreiband und 5 Kegel. Der neue Deutsche Meister Sven Petzke von der SV Dresden Reick setzte von Beginn an die Akzente und so konnte ihn der Vorjahresmeister vom 1. Langener BC im Semifinale und auch der Finalist Markus Nehring von der BG RW Krefeld nicht aufhalten. Sie allen gehören zu den erfahrenen Biathleten und haben ihre Leistungsstärke erneut eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Tobias Werner, ein weiterer hessischer Vertreter aus Langen, musste sich im zweiten Halbfinale dem Krefelder geschlagen geben.

BK2 100 Herren:
Der neue Deutsche Meister im Billard-Kegeln der Herren ist Jens Hille vom BC Neugersdorf. Im Fokus des Turniers stand aber zuvor bis zum Halbfinale der Youngster Max Gabel (MSV Neuruppin) aus Brandenburg. Mit dem Finale vor Augen konnte er aber gegen Jens Ambrock vom Leipziger SC nicht mehr seine Leistung auf höchstem Niveau abrufen und musste passen. Tino Lorenz vom SV Leukersdorf gab sich im zweiten Halbfinale dem späteren Meister geschlagen und landete ebenfalls auf dem Bronzeplatz. Im Finale war der Leipziger Jens Ambrock nah dran an seinem ersten Titel, doch Jens Hille hatte den längeren Atem.

BK2 100 Damen:
Fast ohne Gegenwehr marschierte Jeanette Schultz vom SV Sachsen Müglitztal als neue Deutsche Meisterin im Billard-Kegeln der Damen durch die Meisterschaft. Im Finale gegen Loreen Striegnitz (Fortuna Weißbach) siegte sie deutlich und war die freudstrahlende Siegerin. Christin Robel (SG Kesselsdorf) und Sylke Weidner vom BC Empor Freiberg teilten sich die Bronzemedaillen nach ihren Halbfinalniederlagen.

BK2 Kombi:
Die etablierten Billardkegelsportler dieser Disziplin hatten hier gegenüber dem Allrounder Sven Petzke klar das Nachsehen. Nur der Neuruppiner Nachwuchssportler Max Gabel konnte erneut überzeugen und musste sich erst im Finale beugen. Auf dem Bronzeplätzen liefen Tobias Werner (Langener BC) und Tino Lorenz (SV Leukersdorf) ein.