Masters 2025: Shaun Murphy erobert Krone in Ally Pally
Lang ist es her, dass Shaun Murphy das letzte Mal einen Triple-Crown-Titel gewann, doch jetzt im Jahr 2025 war es endlich wieder soweit: nach einem überzeugenden Turnierverlauf zeigte er auch im Finale seine Stärke und besiegte Weltmeister Kyren Wilson mit 10:7. Gerade in der ersten Session wusste Murphy zu überzeugen und konnte ein 6:2 in den Abend mitnehmen. Vor dem MSI teilten sich die Kontrahenten die Frames.
Das 8:4 deutete ein baldiges Ende des Matches an, doch Wilson gelang es, nun drei Frames in Folge zu gewinnen. Das Zusammenschmelzen des Vorsprungs brachte Murphy aber nicht aus dem Konzept. Die beiden folgenden Frames gewann er, den siebzehnten sogar mit einem Century, und so konnte er nach weit über einem Jahr mal wieder einen Titel feiern und nun gleich so einen bedeutenden. Der Dank ging im Anschluss vor allem an Peter Ebdon, mit dem er seit einiger Zeit zusammenarbeitet. „Das hat mich wirklich gerettet, denn ich war in einer Negativspirale. Das erste, was er gemacht hat, war, mir den Glauben zurückzugeben, dass ich es schaffen kann. Und schon nach drei Turnieren ist es geschafft und wir haben gewonnen. … Ich kann es gar nicht glauben.“
Am Tag zuvor im Halbfinale gegen Mark Allen gab es für Shaun Murphy auch noch ein Sahnehäubchen in Form eines Maximum Breaks. Waren die beiden eine Zeit lang so etwas wie beste Freunde, ist das Verhältnis der beiden meinungsstarken Persönlichkeiten seit einigen Monaten etwas angespannt.
Das andere Halbfinale war die Toppaarung der Saison: Weltmeister Kyren Wilson gegen die Nr. 1 Judd Trump. Mit 6:3 hatte Wilson hier die Nase vorn.
Titelverteidiger Ronnie O’Sullivan machte nur vor dem Start des Turniers Schlagzeilen. Überraschenderweise sagte er aus gesundheitlichen Gründen ab. Bei der kurz davor stattgefundenen Championship League (Einladungsversion) war er in seiner Gruppe ausgestiegen und hatte auch sein Queue zerstört, aber wohl keiner hatte damit gerechnet, dass er nicht zum Masters antritt.

Nutznießer war Neil Robertson, der als Nr. 17 nachrückte. Er bekam es in der ersten Runde mit John Higgins zu tun. Alles lief zunächst auf einen Sieg des Altmeisters hinaus. Der Schotte führte mit 5:1, doch der letzte fehlende Framegewinn wollte nicht gelingen. Mit einer Reihe frameentscheidender Breaks ließ der Australier seinem Gegner kaum noch eine Scoringchance und gewann schließlich mit 6:5. Gegen den späteren Sieger Murphy war dann aber im Viertelfinale Schluss.
Das Stelldichein der Topspieler mitten in der Saison brachte auch diesmal viel Spannung und großartige Spiele hervor. Jeder kann hier jeden schlagen und die bald anstehende WM schien offener denn je.

Bilder: Tai Chengzhe