Wuhan Open 2024
Endlich hat es geklappt! Xiao Guodong gewann in Wuhan seinen ersten Ranglistentitel. 17 Jahre auf der Tour, drei Finals und nun konnte er sogar in seinem Heimatland die Krönung feiern.
Mit 10:7 siegte er gegen Si Jiahui, der ebenfalls seinen ersten Ranglistentitel jagt. Doch noch konnte sich der erfahrenere Spieler durchsetzen. Xiao hatte sich in der ersten Session mit 6:3 absetzen können und gewann auch den ersten Frame der Abendsession. Danach startete Si Jiahui eine Aufholjagd. Ganz offensichtlich hatte ihn die Situation, im Finale zu stehen, am Nachmittag noch gehemmt, aber das passiert fast allen Spielern, die das noch nicht gewohnt sind.

Am Abend lief es eindeutig besser und er verkürzte schließlich auf 7:9. Xiao konnte also schon den Atem seines Verfolgers im Nacken spüren. Im Interview sagte er später auch, dass ihn das Comeback nervös gemacht habe. Doch er nutzte seine Chance im 17.Frame und machte den Sieg sicher. Xiao sagte danach:
„Die ganze harte Arbeit all die Jahre hat sich nun endlich ausgezahlt. Für einen Spieler ist so ein Titelgewinn extrem wichtig. Ich bin 2007 Profi geworden und nun, 17 Jahre später, habe ich meinen ersten Titel gewonnen. Das war all die Mühe wert.“
Ein rein chinesisches Finale gab es noch gar nicht so häufig, es war erst das dritte Mal. Doch mit der Phalanx junger spielstarker Chinesen, denen allen nur noch ein Quentchen fehlt, um ganz oben zu stehen, wird sich das sicher bald ändern. Mit Long Zehuang hatte noch ein dritter Chinese im Halbfinale gestanden. Einziger „Fremdling“ war hier Judd Trump gewesen. Der hatte gegen Si Jiahui den Kürzeren gezogen und durfte auch noch ein Maximum Break des Gegners bewundern.

Im Viertelfinale hatten Chris Wakelin, Shaun Murphy und Jack Lisowski die Segel streichen müssen. Chris Wakelin schrammte dabei nur knapp am Halbfinaleinzug vorbei. Er hatte gegen Trump schon mit 4:3 geführt und auch im Decider Chancen, aber schließlich verlor er ihn mit 49:67. Auch in der Runde zuvor konnte er beeindrucken: im Spiel gegen Ding Junhui, den er schließlich mit 5:3 bezwang, gelangen ihm drei Total Clearances am Stück. In der gleichen Runde passierte Judd Tump gegen John Higgins ein ungewöhnliches Missgeschick: nach dem MSI hatte er das falsche Queue dabei. Ein Assistent hatte es backstage vertauscht. John Higgins war großzügig und erlaubte Judd Trump so lange zu warten, bis ihm sein eigenes gebracht wurde. Nette Geste. Judd gewann das Match mit 5:2.
Insgesamt war es wieder ein interessantes Turnier, was erneut zeigte, dass der Sieger nicht automatisch aus den reihen der Top 16 kommen muss. Viele Spieler haben heute das Potential, ins Viertel- oder Halbfinale vorzustoßen oder einen Sieg einzufahren. Das kann nur gut für den Sport sein.