Berlin Masters 2024

In Berlin sprachen wir mit dem Australier über das Turnier, seine Beziehung zu Joe Perry, seine Saison und 10-Uhr-Matches.

Herzlichen Glückwunsch zum Sieg! Es war ein enges Match. (Runde 3, 5:1 gegen Joe Perry, Perry hatte Frame 1 gewonnen, (Anm.d.Red.)

Ja, es waren ein paar knappe Frames, die jeder von uns hätte gewinnen können. Ich freue mich, dass ich den zweiten Frame gewinnen konnte. Jetzt am Morgen waren die Bedingungen nicht einfach. Der Tisch lief nicht so gut. Da kamen die hohen Breaks nicht so, aber ich habe mir die meisten Frames doch gut erkämpft. Am Anfang war Joe auch sehr gut, deswegen war ich froh, als ich auch auf dem Scoreboard war. Am Ende war es ein guter Matchgewinn.

Du hattest einen sehr guten Start ins Turnier. Du hattest das auch Zweitrundenmatch um 10 Uhr. Wir wissen, das ist nicht Deine Zeit …

(Neil Robertson muss laut lachen.) Ich habe jetzt zwei Kinder, das hat das geändert. Ja, vor den Kindern, da war ein Match um 10 Uhr mein Alptraum. Aber jetzt ist es okay. Meine Tochter ist 4 Jahre alt, die ist zeitig munter. Ich stehe jetzt um 7 Uhr mit meinem Sohn auf. Ich bin das jetzt gewöhnt.

Du warst um Weihnachten herum in Australien. Wie lange?

Drei Wochen.

War es das erste Mal mit der ganzen Familie?

Ja, mit Penelope das erste Mal. Alexander war schon ein paar Mal dort. Wir waren wegen Covid das erste Mal seit viereinhalb Jahren dort. Deshalb war es das allererste Mal für Penelope. Es war großartig.

Du siehst jetzt auch wesentlich frischer und mehr fokussiert aus.

Ja, mein Fokus ist wirklich gut. Ich trainiere sehr fleißig. Ich habe 2023 hinter mir gelassen. Das Jahr ging gut los und auch das Turnier hier. Ich spiele hier gern und freue mich, hier konkurrenzfähig zu sein, und hoffe, dass es so weitergeht.

Deine Resultate hier in Berlin waren sehr unterschiedlich.

Ja. Ich war hier auch schon mal in Viertelfinals, im Halbfinale und auch im Finale. Dieses Turnier ist irgendwie anders. In diesem Jahr hatten die Top 8 ihr Qualifikationsmatch hier vor Ort. Zwei Punkte, warum das wichtig für mich ist: sonst wäre ich während der Quali in Australien gewesen. So musste ich mich bemühen, in den Top 8 zu bleiben, um am Turnier teilnehmen zu können. Und dann ist die Quali immer direkt nach der UK Championship. Die Topspieler wollen wirklich gern hier in Berlin spielen. Aber es ist wirklich schwierig für uns, von so einem Turnier wie der UK Championship zu kommen und dann eine Quali zu spielen. Diese Änderung, dass die Top 8 hier spielen, ist phantastisch. Damit ist garantiert, die Topstars hier zu haben, was auch wichtig für das Turnier ist. Denn wir alle, ich, Ronnie, Judd, Higgins, Selby, wir alle hatten Phasen, wo wir ein paar Mal in der Quali verloren haben, und deshalb nicht hier waren. Deshalb ist das eine gute Änderung.

Und wie ist das mit so vielen Spielern und sieben Tischen?

Das ist großartig! Wenn da so viel los ist … Man fühlt sich als Teil von etwas Großem. Manchmal kann es einen ablenken und man muss sich wirklich konzentrieren. Man darf sich nicht von den Dingen, die am Nachbartisch vorgehen, beeinflussen lassen. Man darf nicht rumschauen: ach, was ist denn da los und was passiert da drüben? Man muss auf das eigene Match konzentriert bleiben.

Du hast jetzt gegen Joe Perry gespielt. Veränderst Du dann Dein Spiel?

Nein, überhaupt nicht. Wir kennen unser Spiel gegenseitig in- und auswendig. Wie ich schon sagte, er hatte den ersten Frame gewonnen. Er ist ein sehr guter Spieler und auch gut in Form. Deswegen war es gut, den zweiten Frame zu gewinnen, sonst wäre er noch stärker geworden. Es war nicht einfach. Wir arbeiten gewissermaßen zusammen, er ist so eine Art Trainer oder Mentor für mich. Und wenn man dann gegeneinander spielt, ist das immer komisch. Wir haben uns auch vor dem Match darüber unterhalten. Es war das erste Mal seit längerer Zeit, dass wir etwas später in einem Turnier aufeinandergetroffen sind. Aber es ist, wie es ist. Ich freue mich jetzt auf das nächste Match heute Abend.

Was hast Du Dir für den Rest der Saison vorgenommen?

Natürlich so gut zu spielen wie ich kann. Einige Turniere verpasse ich ja, wie z.B. den Grand Prix in der vergangenen Woche wegen des schlechten Saisonbeginns. Aber daran kann ich jetzt nichts mehr ändern. Aber in den anderen Turnieren gebe ich mein Bestes.

Vielen Dank und noch viel Erfolg!

„Ja, mein Focus ist wirklich gut“